Liebe Brilonerinnen und Briloner in Kernstadt und Dörfern,

die Internationalen Hansetage, die Anfang Juni hier bei uns in Brilon stattfinden sollten, wurden am Dienstag abgesagt. Angesichts der tragischen Ereignisse dieser Tage und der Bilder, die uns besonders aus Italien und Spanien erreichen, ist uns allen auch bewusst, dass es derzeit viel schlimmere Probleme gibt. Den vielen Angehörigen und schwer Kranken überall auf der Welt gilt unser Mitgefühl und den vielen Ärzten, Pflegern, Polizisten und Verkäuferinnen und allen anderen, die täglich über sich hinaus wachsen, unsere Hochachtung.

 

Gleichzeitig mit den Hansetagen wurden gestern die Olympischen Spiele abgesagt. Was für Tokio die Olympischen Spiele sind, das gilt für uns in Brilon für die Hansetage. Ein ganz herausragendes Ereignis für die Heimatstadt, auf dass die Bürgerinnen und Bürger über viele Jahre hin gefiebert und sich darauf gefreut haben. Noch vor der Jahrtausendwende hatten Stadtdirektor Schüle und Bürgermeister Hülshoff dafür gesorgt, dass eine kleine Stadt wie Brilon die Internationalen Hansetage im Konzert der Großen wie Lübeck, Riga, Bergen mitspielen durfte. Dabei wurde hier in Brilon ein tragendes, zukunftsfähiges Konzept entwickelt. Nicht protzen, sondern mit viel „Handarbeit“ und der Einbindung der ganzen Bürgerschaft zurück zu den Wurzeln und dem Wesentlichen, was solche völkerverbindenden Begegnungen ausmacht. Der Star ist das Team und dessen Arbeit und unter dem Motto „Hanse - Heimat - Handgemacht“ brachten sich immer mehr Bürger und auch unsere Firmen ein.

 

Dabei wurde der Stadt dank unserer „Big Six“ und auch dem Förderverein auch finanziell unter die Arme gegriffen, um das Projekt auch mit möglichst wenig städtischen Mitteln durchführen zu können. Neben diesem finanziellen Einsatz beteiligten sich immer mehr Brilonerinnen und Briloner und viele Vereine und Verbände in den verschiedenen Gruppen und entwickelten dabei eine Dynamik und Begeisterung, die ansteckend war und je näher das Ereignis rückte, umso mehr spürte man das „Hansefieber“. Ein generationenübergreifendes Projekt nahm viele in ihren Bann und besonders beeindruckend, neben vielen anderen Projekten, war der unglaubliche Einsatz unserer Seniorinnen zuhause und auch in den Pflegeeinrichtungen, die die bunten Begegnungszelte häkelten. Diese wurden ja bereits einmal aufgestellt und sorgten für große Begeisterung, Wie schön wäre es gewesen, wenn es darin zu vielen Begegnungen im Rahmen der Hansetage hätten kommen können!

 

Oder die Youngsters der Youth Hanse, die den gemeinsamen Tagen mit Jugendlichen aus vielen europäischen Ländern voller Freude entgegensahen. Die Jugendlichen, die Musikerinnen und Musiker, die Gewandschneider mit ihren tollen Gewändern, die Handwerker, Künstler und viele, viele andere müssen jetzt, so kurz vor der Ziellinie, diese große Enttäuschung verarbeiten, dass sie die ganzen tollen Projekte nicht auf den Hansetagen werden präsentieren können. Niemand hätte noch vor kurzer Zeit damit rechnen können, dass diese Hansetage nicht stattfinden. Aber es hätte wohl auch niemand erwartet, dass es in unserem Land dazu kommt, dass man sich in Supermärkten um Toilettenpapier prügelt oder Menschen Desinfektionsmittel aus Krankenhäusern stehlen. Die Ausbreitung des Corona-Virus und die damit verbundenen Konsequenzen, die jeden einzelnen von uns bis ins tiefste Privatleben treffen, hat unser bisheriges, sicheres und bequemes Leben auf den Kopf gestellt.

 

Es ist unsagbar schade, dass wir dieses großartige und für unsere Stadt einmalige internationale Fest nicht wie geplant werden feiern können. Aber wir dürfen jetzt den Kopf nicht hängen lassen, sondern müssen nach vorne schauen und das Beste daraus machen. Zunächst einmal sollten wir alle dieses tolle Wir-Gefühl, das sich während der Vorbereitung mehr und mehr in der Stadt entwickelte, als wertvolle Erfahrung mitnehmen und darauf achten, dass es uns nicht verloren geht. Gerade jetzt in dieser schwierigen Zeit zeigt sich jedoch schon an den vielen Hilfsangeboten in Kernstadt und Dörfern, dass wir zusammenrücken, aufeinander achten und diejenigen Hilfe bekommen, die sie benötigen.

 

Vielleicht ist das Gute an dieser Krise, dass wesentliche Dinge wieder in den Fokus rücken und die Menschen vieles wiederentdeckten, das in der Vergangenheit mehr und mehr in den Hintergrund geraten war.

 

Die leider ausfallenden Hansetage können wir nicht einfach nachholen, da sie auf Jahre vergeben und vielerorts auch wie in Brilon mit besonderen Jubiläen verbunden sind. Vielleicht ergibt sich irgendwann einmal eine Gelegenheit, dass Brilon einspringt, wenn es irgendwo nicht klappt.

 

Mit einer Feier zum 800. Geburtstag unserer Stadt warten wir aber nicht so lange! Wir werden uns als CDU dafür einsetzen, dass wir im nächsten Jahr das Jubiläum nachholen und dann im Rahmen eines solchen "801. Geburtstags" (oder wie immer es genannt werden wird) ein schönes und stimmungsvolles Fest feiern werden. Dort können dann sicher viele Projekte durchgeführt werden, die jetzt nicht umgesetzt werden können. Man könnte vielleicht auch die Hansestädte einladen, zur Feier zu Besuch zu kommen. Wie auch immer es aussehen wird - wenn alle ihren Einsatz, ihre Kreativität und ihre Begeisterung bei einer solchen Veranstaltung einbringen, wird auch das sicher ein unvergessliches und einmaliges Ereignis in unserer Stadt.

 

Unseren besonderen Dank möchte die CDU Ute Hachmann, Michael Fahrig und dem gesamten Hanseteam bei der Stadt Brilon aussprechen. Ihr habt ganz hervorragende Arbeit geleistet und mit eurer Begeisterung die Leute mitgerissen. Es tut uns unendlich leid, dass eure großartige Leistung jetzt nicht mit außergewöhnlichen Hansetagen, die es ganz sicher geworden wären, belohnt wird. Seid nicht traurig, wir werden sicher viele tolle Dinge noch zu sehen bekommen, die ihr euch ausgedacht und initiiert habt!

 

Wir müssen jetzt diese Herausforderung hinter uns bringen, genauso wie unsere Hanse-Freunde im In- und Ausland. Hoffen wir, dass sie und wir nicht so schlimm getroffen werde, wie es anderorts leider ist. Hoffen wir, dass auch die wirtschaftlichen Folgen nicht zu dramatisch werden und die Hilfsprogramme für die Großen bis hin zum kleinen Einzelkämpfer schnell und unkompliziert greifen.

 

Wenn es überstanden ist, werden wir wieder zusammen feiern und werden uns dann sicher alle sehr bewusst sein, dass unser bisheriges, oftmals sorgenfreies Leben ein Geschenk ist, das wir viel mehr würdigen müssen.

 

Wir wünschen Euch und euren Familien alles Gute und vor allem Gesundheit!! Passt auf Euch auf!

 

Für die CDU Brilon

Karin Bange und Niklas Frigger 

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