Gesundheitsstandort Brilon wird mit einer Tagesklinik des LWL erweitert

Erstellt: Samstag, 17. September 2016 18:31

160918 LWL Klinik Brilon Bild Manfred EignerAngebote bündeln, Synergien nutzen und eine gute medizinische Versorgung für den Bürger vor Ort zu bieten, zeichnet den Gesundheitsstandort Brilon aus. Jetzt soll ein neuer Zweig eine bestehende Lücke, die psychologischen Behandlungsmöglichkeiten, schließen. Im Bereich der Grünflächen oberhalb des neuen Parkplatzes und unterhalb des Fußweges vom Drübel zum Krankenhaus plant die LWL-Klinik Marsberg den Neubau einer Tagesklinik.

 

„Es besteht seit langem der Wunsch, dass sich der LWL auch in Brilon niederlässt“, erklärte der Parlamentarische Geschäftsführer beim Landesverband Westfalen-Lippe, Wolfgang Diekmann (CDU), am Samstag bei der Vorstellung der zukünftigen LWL-Einrichtung im Fraktionsbüro seiner Partei. „Der ehemalige Geschäftsführer des Briloner Krankenhauses, Bernd Schulte, hatte dieses Thema schon lange vorangetrieben“, sagte Kommunalpolitiker und Ratsmitglied Diekmann weiter. „Auch parteiübergreifend war man in den Gremien übereinstimmend, dass eine solche Einrichtung befürwortet wird. Auch unser Bürgermeister Dr. Christof Bartsch steht voll hinter diesem Vorhaben.“

Die LWL-Klinik Marsberg plant aus Gründen der größeren Ortsnähe und der verbesserten Kooperationsmöglichkeiten mit somatischen Disziplinen den Aufbau eines sektorübergreifenden, erwachsenenpsychiatrischen Angebotes als psychiatrische Institutsambulanz, Tagesklinik sowie im weiteren Schritt einen stationären Bereich in Brilon am dortigen Städtischen Krankenhaus Maria Hilf.

„Hier arbeitet das Krankenhaus einer Gemeinde mit unserem Krankenhaus zusammen“, hob Dr. Georg Lunemann, Erster Landesrat und Kämmerer des LWL bei dem Gespräch hervor: „So müssen die Bürger nicht unbedingt, wie bisher nach Marsberg oder Warstein fahren. Nicht immer ergibt sich eine Situation, die sich so optimal darstellt.“

Baustart für 2017 geplant

Da bislang lediglich zwölf zusätzliche tagesklinische Plätze in den Krankenhausplan NRW aufgenommen wurden, während über die seit zwei Jahren beantragten 20 stationären Betten noch keine Entscheidung vorliegt, soll das Gesamtprojekt mit Baubeginn 2017 zweistufig realisiert werden. Der mit diesem Grundsatzbeschluss vorgestellten Tagesklinik mit zwölf Behandlungsplätzen und großer Institutsambulanz soll nach Aufnahme in den Krankenhausplan NRW als Anbau eine stationäre Einheit mit rund 30 Betten folgen. „In unterschiedlichen Bauabschnitten entsteht so als Ziel die neue Einrichtung hier vor Ort“, so Dr. Lunemann: „Unser Angebot, die Behandlungsmöglichkeiten in ortsnaher Versorgung, wird insbesondere der immer älter werdenden Generation gerecht.“

Die Kosten der Tagesklinik mit psychiatrischer Institutsambulanz belaufen sich auf rund 3,5 Millionen Euro. Diese werden durch Eigenmittel der Klinik, Krankenhausfördermittel und einen LWL-Zuschuss finanziert.

Die LWL-Klinik Marsberg ist gemäß Feststellungsbescheid vom 26. Juli 2011 im Krankenhausplan NRW für die Pflichtversorgung des Hochsauerlandkreises (ohne die Städte Arnsberg und Sundern) mit im Ist-Zustand ausgewiesenen 115 stationären Betten und 30 tagesklinischen Plätzen zuständig. Neben der Gesamtzahl der stationären Betten befindet sich am Standort Marsberg auch eine große Institutsambulanz und eine Tagesklinik mit 15 Behandlungsplätzen. Die verbleibenden 15 tagesklinischen Behandlungsplätze einschließlich einer Institutsambulanz befinden sich am Standort Schmallenberg-Bad Fredeburg.

„Psychische Erkrankungen gehören zu den Tagesthemen und dürfen kein Tabuthema mehr sein“, unterstützte der stellvertretende Bürgermeister Holger Borkamp das zukünftige Projekt und auch der CDU-Fraktionschef Eberhard Fisch sah darin nur Vorteile: „Für Brilon ein Gewinn. Es stärkt den Standort des Krankenhauses, denn wir erweitern um einen weiteren Fachbereich, den wir bisher nicht nicht hatten.“

Die Personalfrage sah Dr. Lunemann positiv: „Wir sind uns sicher, gute Ärzte und Pflegepersonal zu bekommen.“ Diekmann ergänzte: „Es wird von rund 1200 Patienten pro Jahr ausgegangen. Diese Zahl lässt sich aufgrund der entsprechenden Patientenzahlen aus Marsberg und Warstein hochrechnen.“

 

Bildbeschreibung: Mit der zwölfseitigen Beschlussvorlage in den Händen gehen Wolfgang Diekmann und Dr. Georg Lunemann von einem Baubeginn im kommenden Jahr aus. 

 

Text und Foto: Manfred Eigner